Logistik


Logistik

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Lo|gịs|tik 〈f.; -; unz.〉
1. mathemat. od. philosoph. Logik
2. 〈Wirtsch.〉 Gesamtheit an Prozessen, die für die (Produktions-)Organisation eines Unternehmens notwendig sind
3. 〈Mil.〉 Bereitstellung u. Einsatz der für militär. Zwecke zur Verfügung gestellten Hilfsquellen zur Unterstützung der Streitkräfte

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Lo|gịs|tik , die; -, -en <Pl. selten>:
1. [griech. logistike̅̓ (téchnē) = Rechenkunst, zu: logistikós = zum (Be)rechnen gehörend, zu: lógos, Logos] mathematische Logik (1).
2. [frz. logistique < spätlat. logisticus = die Finanzverwaltung betreffend < griech. logistikós = zum (Be)rechnen gehörend] (Militär) Planung, Bereitstellung u. Einsatz der für militärische Zwecke erforderlichen Mittel u. Dienstleistungen zur Unterstützung der Streitkräfte; Versorgung[sapparat] einer Truppe.
3. [engl. logistics (Pl.) < frz. logistique = Logistik] (Wirtsch.) Gesamtheit aller Aktivitäten eines Unternehmens, die die Beschaffung, die Lagerung u. den Transport von Materialien u. Zwischenprodukten, die Auslieferung von Fertigprodukten, also den gesamten Fluss von Material, Energie u. Produkt betreffen.

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I
Logịstik
 
[griechisch logistike̅́ (téchnē) »Rechenkunst«] die, -, veraltete Bezeichnung für die formale Logik.
II
Logịstik
 
[französisch logistique, zu Logis] die, -,  
 1) Betriebswirtschaftslehre: alle Material- und Informationsprozesse, die der Raumüberwindung und Zeitüberbrückung sowie deren Steuerung und Regelung dienen (Business-Logistics). Logistik kann damit die gesamte logistische Spanne von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Auslieferung der Fertigerzeugnisse an den Abnehmer und somit alle inner- und zwischenbetrieblichen Transport-, Lager- und Umschlagsvorgänge umfassen. Diese Organisationsform einer ganzheitlichen Logistik steht damit im Gegensatz zu den dezentralen betriebswirtschaftlichen Subsystemen einer Beschaffungslogistik (Versorgungslogistik), Produktionslogistik und Distributionslogistik (Marketinglogistik, physische Distribution). Hauptaufgabe der Logistik ist es, von der Absatzplanung bis zum Vertrieb einen Material- und Informationsfluss zu organisieren und zu steuern, der unter Kostengesichtspunkten eine termin-, mengen- und qualitätsgerechte Auslieferung an die Kunden sicherstellt. Damit ist die ganzheitliche Logistik allein verantwortlich für die optimale Versorgung des Betriebes und des Marktes. Im Gegensatz zur Materialwirtschaft setzt dieses Konzept die organisatorische Einbeziehung des Einkaufs nicht voraus und umfasst als wichtige Entscheidungsbereiche z. B. das inner- und außerbetriebliche Transportsystem, die Lagerwirtschaft sowie waren- und materialflusssteuernde Informationssysteme. Unternehmensstrategien wie Just-in-time-Fertigung und CIM beruhen auf logistische Denkweisen.
 
Die betriebswirtschaftliche Logistik (Unternehmenslogistik) zählt zu den logistischen Systemen von öffentlichen oder privatwirtschaftlichen Organisationen (Mikrologistik). Unternehmen, die sich auf die Erbringung logistischer Leistungen spezialisiert haben (Speditionen, Transport-, Lager- und Umschlagsunternehmen) werden auch als Logistikdienstleister bezeichnet. Diese Unternehmen bieten neben der Basisleistung (gewerbliche Raum- und Zeitüberbrückung) auch Serviceleistungen wie Beratung, Auftragsabwicklung, Kommissionieren, Finanzierung, Factoring, Kundenbetreuung, Regalpflege (Rackjobber), Beschaffung und Auswertung von Marktinformationen an. Die Metalogistik umfasst alle Kooperationsformen zwischen und unter Unternehmen (verladende Wirtschaft) und Logistikbetrieben und zwischen anderen mikrologistischen Systemen. Der Mikrologistik wird eine Makrologistik gegenübergestellt, die sich auf die Gestaltung der technischen Infrastruktur einer Region oder Volkswirtschaft bezieht und Gegenstand der Raumordnung, Regional- und Verkehrspolitik ist.
 
 
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie v. a. auch in den folgenden Artikeln:
 
Beschaffung · Distributionspolitik · Güterverkehr · Lager · Materialwirtschaft · Vertrieb
 
 
K. M. Brauer u. W. Krieger: Betriebswirtschaftl. L. (1982, Nachdr. 1991);
 
Handbuch L., hg. v. J. Weber u. H. Baumgarten (1999);
 H.-C. Pfohl: Logistiksysteme. Betriebswirtschaftl. Grundlagen (62000);
 G. B. Ihde: Transport, Verkehr, L. Gesamtwirtschaftl. Aspekte u. einzelwirtschaftl. Handhabung (32001);
 
Handbuch L., hg. v.D. Arnold u. a. (2002).
 
 2) Militärwesen: die Lehre von der Planung, der Bereitstellung und vom Einsatz der für militärische Zwecke erforderlicher Mittel und Dienstleistungen zur Unterstützung der Streitkräfte sowie die Anwendung dieser Lehre. Aufgabenbereiche der Logistik sind die materielle Versorgung (Materialbedarfsdeckung und -bewirtschaftung), die Materialerhaltung und -instandsetzung, das Transport- und das Verkehrsführungswesen. In der Bundeswehr gehört zu den Logistiktruppen die Instandsetzungstruppe und die Nachschubtruppe.

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Lo|gịs|tik, die; - [1: griech. logistike̅́ (téchnē) = Rechenkunst, zu: logistikós = zum (Be)rechnen gehörend, zu: lógos, ↑Logos; 2: frz. logistique < spätlat. logisticus = die Finanzverwaltung betreffend < griech. logistikós = zum (Be)rechnen gehörend; 3: engl. logistics (Pl.) < frz. logistique = ↑Logistik (2)]: 1. mathematische ↑Logik (1). 2. (Milit.) Planung, Bereitstellung u. Einsatz der für militärische Zwecke erforderlichen Mittel u. Dienstleistungen zur Unterstützung der Streitkräfte; Versorgung[sapparat] einer Truppe. 3. (Wirtsch.) Gesamtheit aller Aktivitäten eines Unternehmens, die die Beschaffung, die Lagerung u. den Transport von Materialien u. Zwischenprodukten, die Auslieferung von Fertigprodukten, also den gesamten Fluss von Material, Energie u. Produkt betreffen.

Universal-Lexikon. 2012.